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Einführung

Schadensfälle aus der Praxis

Im Jahr 2025 haben wir mehrere Hundert Mechaniker in Polen und weiteren Ländern geschult. Im Mittelpunkt standen reale Schadensfälle, typische Fehlerquellen und die Herausforderungen moderner Kühlsysteme.

Aus technischem Fachwissen und praktischer Werkstatterfahrung entstanden wertvolle Erkenntnisse für den Reparaturalltag. Die häufigsten Schadensursachen haben wir hier zusammengestellt, um Fehler schneller zu erkennen und kostspielige Folgeschäden zu vermeiden.

Zentrales Thema ist das Kühlmittel. Moderne Motoren arbeiten unter einer hohen thermischen Belastungen und benötigen deshalb eine exakt passende Spezifikation. Besonders häufig geht es um die richtige Auswahl, die fachgerechte Verdünnung von Konzentraten und den korrekten Wechsel.

Entscheidend ist immer die Freigabe des Fahrzeugherstellers, beispielsweise G12evo oder G13 bei entsprechenden VAG-Anwendungen. Werden nicht kompatible Kühlmittel vermischt, können Ablagerungen und gelartige Rückstände entstehen, die das gesamte Kühlsystem beeinträchtigen.

Während beim Motoröl selbstverständlich auf die richtige Spezifikation geachtet wird, erhält das Kühlmittel häufig noch zu wenig Aufmerksamkeit. Auch die vorgeschriebenen Wechselintervalle müssen eingehalten werden. Maßgeblich sind dabei immer die Angaben des Fahrzeugherstellers.

Womit wird Kühlmittelkonzentrat verdünnt?

Leitungswasser ist ungeeignet – die enthaltenen Mineralien können Ablagerungen bilden und unter anderem die Dichtung der Wasserpumpe beschädigen.

Wir empfehlen demineralisiertes Wasser und die Einhaltung des vom Kühlmittelhersteller angegebenen Mischungsverhältnisses. Häufig liegt dieses bei 50:50 und bietet Frostschutz bis etwa −35 °C.

Ebenso wichtig ist das gründliche Spülen des Kühlsystems vor der Neubefüllung. Dadurch werden alte Kühlmittelreste und Verunreinigungen aus Leitungen und Schläuchen entfernt. Ein realer Reklamationsfall zeigte, dass selbst ein autorisierter Servicebetrieb das abgelassene Kühlmittel filterte und erneut verwendete. Optisch mag die Flüssigkeit sauber erscheinen, ihre ursprünglichen Schutz- und Schmiereigenschaften besitzt sie deshalb jedoch nicht mehr.

 

Von gefiltertem oder bereits verwendetem Kühlmittel zur erneuten Befüllung raten wir ausdrücklich ab.

 

Typische Wechselintervalle:

  • 120.000 km oder
  • 2 Jahre, unabhängig von der Laufleistung

Ein Argument für das Kundengespräch: Ein Blick ins Serviceheft zeigt, ob der Kühlmittelwechsel fällig ist. Besonders bei Arbeiten am Steuertrieb oder an der Wasserpumpe sollte das Wechselintervall geprüft werden. Überaltertes Kühlmittel verliert seine Schutzwirkung und begünstigt Korrosion, Ablagerungen und Schäden an der Wasserpumpe.

Fachgerechter Kühlmittelwechsel:

  • Altes Kühlmittel nach Herstellervorgabe vollständig aus Kühler und Motor ablassen
  • Kühlsystem mit demineralisiertem Wasser spülen, bis keine Rückstände mehr austreten
  • Konzentrat im vorgeschriebenen Verhältnis mit demineralisiertem Wasser mischen
  • System möglichst mit einem Vakuum-Befüllgerät befüllen und vollständig entlüften
  • Motor starten, Temperatur kontrollieren und Kühlsystem auf Dichtheit prüfen

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